Historische Ansichtskarten

Von Schinkels Umbau des "Alten Dom" ist heute leider nicht mehr viel erhalten. Er stand am Lustgarten an Stelle des heutigen Berliner Doms. 1893 befahl Willhelm II den Abriss um Platz für einen protzigen Neubau zu schaffen. Eine Säule des Alten Doms existiert noch und steht auf dem Gelände der Technischen Universität in Berlin. Sie ist eine von zwei Ionischen Säulen, die von Schinkel im Portikus verbaut wurden. Außerdem befinden sich noch zwei Säulenkapitelle am "Neuen Pavillon" im Park von Schloss Charlottenhof. Sie trugen einst das Tonnengewölbe im Inneren des Schinkeldoms. Teile der Inneneinrichtung des jetzigen Berliner Doms stammen noch aus dem Alten Dom. Der Altar aus weißem Marmor wurde von Friedrich August Stüler entworfen. Die beiden Kandelaber aus Gusseisen und die ursprünglich bronzene Chorschranke sind nach einem Entwurf Schinkels gefertigt und heute vollständig vergoldet. Als Vorlage für die 12 Apostelfiguren diente Schinkel das mittelalterliche Sebaldusgrab in der Nürnberger Stadtkirche St. Sebald, das 1508-19 von Peter Vischer und seinen Söhnen geschaffen wurde. Im Dommuseum sind zwei Modelle des Vorgängerbaues zu sehen, den Schinkel von einem barocken Dom in einen Klassizistischen umbaute.

(Quelle: Johannes Cramer; Ulrike Laible und Hans-Dieter Nägelke: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band1)