Aufgenommen im August 2009

In den Jahren 1835-37 entstand an der südöstlichen Ecke des Parks ein hochgelegener Aussichtspunkt, die "Große Neugierde". Anlass war die Fertigstellung der Glienicker Brücke, auf der sich nun ein reger Verkehr zwischen Potsdam und Berlin entwickelte. Neugierig wurde von hier aus das Treiben auf der Brücke beobachtet. Ursprünglich war die Rotunde nur von den 16 korinthischen Säulen umgeben. Erst im darauf folgenden Jahr erhielt sie ein Zinkdach, das von einer Mittelsäule getragen wird. Über dem Dach erhebt sich ein Aufsatz, der dem antiken Lysikrates-Monument in Athen nachempfunden ist. In Folge des Neubaus der Glienicker Brücke um 1907, so wie wir sie heute kennen, musste der Aussichtspunkt etwas versetzt werden. Bereits 1938 wurde sie wegen der Straßenerweiterung der Königsstraße erneut demontiert und in ca. 10m nördlicher Richtung wiedererrichtet. Beim Wiederaufbau wurde sie etwas erhöht und erhielt eine Treppe. Die alten Sichtbezüge sind dadurch leider verlorengegangen. Im 2. Weltkrieg wurde die Große Neugierde stark beschädigt und verwüstet. Doch erst Ende der 1970er Jahre wurden die Kriegsschäden beseitigt. Zuletzt ist sie in den vergangenen 3 Jahren (2007-09) für ca. 400 000 Euro aufwändig saniert worden.

(Quelle: u.a. Johannes Cramer; Ulrike Laible und Hans-Dieter Nägelke: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band1)