Aufgenommen im Januar 2009

Die Kirche von Großbeeren wurde im Siebenjährigen Krieg zerstört und stand lange Zeit nur noch als Ruine. Als im Jahre 1813 das französische Heer von den preußischen Truppen unter General Friedrich Wilhelm von Bülow vernichtend geschlagen wurde, entging Berlin nur knapp der Einnahme durch Napoleon. Alljährlich wird seitdem das Siegesfest am Jahrestag der Schlacht gefeiert, an dem immer auch viele Berliner teilnehmen. Da nun eine neue Kirche errichtet werden sollte, veranstaltete der Berliner Senat Sammlungen für den Wiederaufbau. Regierungspräsident Magnus Friedrich von Bassewitz erteilte Schinkel den Auftrag zum Entwurf einer "Denkmalskirche". Der erste Entwurf sah einen gotischen Zentralbau mit Kreuzarmen und achteckigen Ecktürmen vor, der von einem achteckigen Hauptturm bekrönt werden sollte. Da die veranschlagten Baukosten von 26148 Taler zu teuer waren, legte er einen zweiten Entwurf vor, der dann auch zur Ausführung bestimmt wurde. Der Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes, dem nördlich der Turm vorangestellt ist. Im Inneren ist der Altar im östlichen Kreuzarm untergebracht. Der neugotische Putzbau wurde auf einem Feldsteinfundament errichtet und konnte 60 Jahre, nach der Zerstörung der Vorgängerkirche, geweiht werden. Die Bauaufsicht hatte Carl Wilhelm Redtel, der bei seiner Arbeit von Bauinspektor Eytelwein und Baukonduktor Heinrich Ziller unterstützt wurde. Die tatsächlichen Baukosten betrugen 15984 Taler.

(Quelle: Andreas Bernhard; Gert Streit: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band2)