Aufgenommen 2006 und 2012

Nach dem Dorfbrand von 1801 wurde das Dorf teilweise neu oder auf alten Fundamenten wieder aufgebaut. Auch die Kirche war betroffen und teilweise zerstört. Bis 1809 war der äußere Aufbau abgeschlossen. Nachdem der Staatskanzler Hardenberg den Ort Quilitz mit seinen Gütern 1814 von Friedrich Wilhelm III. übertragen bekam, wurden die Arbeiten bis 1817 fortgesetzt. Schinkel gestaltete die ehemals barocke Kirche um und gab ihr ein klassizistisches Gepräge. Der Außenputz wurde in Putzquaderung ausgeführt. Auf dem Turm wurde ein Aufsatz in Form einer Elipse (Elipsoid) mit 12 Schallöffnungen aufgesetzt, der mit einem Kegeldach bedeckt ist. Im Inneren befindet sich eine 3-seitig umlaufende Empore, die durch rechteckige kannelierte Säulen getragen wird. Der Kirchensaal ist flach gedeckt und enthält den berühmten blauen Sternenhimmel mit goldenen Sternen auf blauem Grund, so wie Schinkel ihn schon als Dekoration zur Oper "Die Zauberflöte" entwarf. Die vier Gemälde im Altarraum stammen vom Potsdamer Maler Josef Bertini und stellen die vier Evangelisten dar. Das Taufbecken und zwei Altarleuchter wurden nach Schinkels Entwürfen in der Berliner Königlichen Preußischen Eisengießerei hergestellt. Identische Taufbecken befinden sich in den Kirchen St. Elisabeth in Berlin und in der Schlosskirche Wittenberg. In einem kleinen Verschlag in der Altarrückwand wird das Herz des am 20.November 1822 verstorbenen Staatskanzlers Hardenberg ausgestellt. 1823 wurde an der Ostwand ein dorischer Portikus vorgeblendet, der ein Mausoleum vortäuscht und als Grabstätte des Staatskanzlers dient. Davor befinden sich verschiedene Familiengräber. Die Kirche ist neu renoviert und absolut sehenswert.

(Quellen: Andreas Bernhard; Gert Streit: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band2;
Hans Kania, Hans-Herbert Möller: Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk; Mark Brandenburg)