Aufgenommen 2006, 2008 und 2012

Staatskanzler Karl August von Hardenberg erhielt 1814 vom König neben dem Ort Quilitz auch das Schloss als Ehrengeschenk übertragen. Das Dorf wurde darauf hin in Neu-Hardenberg umbenannt. Um seiner Stellung als Fürst und hoher Staatsbeamter gerecht zu werden, und die zahlreichen Gäste würdevoll empfangen zu können, plante Hardenberg den Um- und Ausbau des Schlosses. Nachdem erste Pläne von Landbaumeister Neubarth ihm nicht zusagten, wandte er sich diesbezüglich an Schinkel, der ja auch schon die Kirche zur vollsten Zufriedenheit Hardenbergs wieder auf- und später umbaute. Schinkel übernahm den Auftrag und entwarf ein zweigeschossiges Gebäude im klassizistischen Stil. Das Obergeschoss ist etwas niedriger als das Hauptgeschoss und war hauptsächlich nur für Bedienstete und Gäste vorgesehen. Die Wohn- und Empfangsräume befanden sich im darrunterliegenden Hauptgeschoss. Das flache Dach verbarg Schinkel hinter einer umlaufenden Balustrade und verlieh dem Gebäude somit, zusammen mit dem dreiachsigen Mittelrisalit und dem sich aufschwingenden Adler, ein fürstliches Gepräge. Die Inschrift "Greta Regis" erinnert daran, das Schloss und Gut eine Schenkung des Königs war. Da das Dach in den folgenden Jahren immer wieder undicht wurde und große Schäden durch eindringendes Regenwasser verursachte, wurde es 1852 samt Balustrade abgenommen und durch Baumeister Gottgetreu in der noch heutigen Form wieder aufgebaut. 1921 übernimmt Carl-Hans Graf von Hardenberg das Gut Neu-Hardenberg. Er beteiligt sich an den Vorbereitungen zum Hitler Attentat am 20. Juli 1944. Nach dem Scheitern wurde er vom NS Regime enteignet. Noch während seiner Verhaftung unternimmt er einen Selbstmordversuch, den er schwer verletzt überlebt. Er wird in das KZ Sachsenhausen gebracht, wo er operiert wird und von einem kommunistischen Mithäftling gepflegt wird. Schwer Krank überlebt er das KZ. 1958 stirbt er 67jährig in Frankfurt am Main. Erst 1991 konnten die Urnen von ihm und seiner Ehefrau Renate in der Familiengrabstätte von Neuhardenberg beigesetzt werden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schloss als Schule genutzt. In Teilen des Parks wurden Wohnblöcke errichtet, der Rest verwilderte. Ab 1980 wurde es anlässlich des bevorstehenden Schinkeljubiläums umfassend restauriert. Erst nach der Wiedervereinigung 1996 erhält die Familie das Gut zurück und verkauft es an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Dieser sanierte die Gebäude und errichtete ein Hotel mit Gastronomie und Tagungsstätten. Die Plattenbauten im Park wurden wieder zurückgebaut und durch sorgsame Ausholzung konnten die alten Ansichten und Sichtachsen im Park wieder hergestellt werden.

(Quellen: u.a. Hans Kania, Hans-Herbert Möller: Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk; Mark Brandenburg;
Deutscher Sparkassen- und Giroverband und Stiftung Schloss Neuhardenberg: Schloss Neuhardenberg)