Historische Ansichtskarten
Das Kloster zu Ruppin wurde 1246 vom Predigerorden der Dominikaner gegründet. Die Herren von Arnstein unterstützten den Bau, indem sie ein Grundstück und reichlich finanzielle Mittel bereitstellten. Erster Prior des Klosters wurde der Bruder des Gründers von Neuruppin, Wichmann von Arnstein. Um ihn ranken sich bis heute viele Legenden. Unweit der Klosterkirche steht die Wichmannlinde, unter der sich der Sage nach sein Grab befinden soll. Schinkel setzte sich in seiner Schaffenszeit vermehrt für den Erhalt gotischer Kirchen ein. Auch die Neuruppiner Klosterkirche bedarf einer Restaurierung. König Friedrich Wilhelm II. bewilligte 40000 Taler und Schinkel fertigte die dazugehörigen Pläne. In den Jahren 1836-41 wurden die Baumaßnahmen unter Baurat Karl Wilhelm Redtel ausgeführt. Sichtbar von den damaligen Umbauten sind heute noch der südwestliche gotische Giebel, die Mauerverstärkungen an der südöstlichen Seite zwischen den Strebepfeilern und die Rosette über dem Hauptportal. Im Inneren gehen die mit Palmettenmotiven verzierten Säulenkapitelle auf Schinkel zurück. Ursprünglich erhielt die Kirche noch einen 3-Stufigen schlanken Turm aus Holz, der aber im Dezember 1868 bei einem Orkan die 3. Etage verlor. Die Reste des Turmes wurden 1883 abgerissen. Die heutigen zwei Türme erhielt die Klosterkirche in den Jahren 1907-08. Sie sind heute das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt.
(Quelle: Hans Kania, Hans-Herbert Möller: Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk; Mark Brandenburg)