Aufgenommen im August 2009
Für das Potsdamer Lehr-Infanterie-Bataillon wurde 1825 eine Schulabteilung eingerichtet, um u.a. hier die Jungen aus dem Großen Militär-Weisenhaus als Unteroffiziere auszubilden. Zu diesem Zweck wurde ein Neubau fällig, der in den Jahren 1826-28 an der Jägerallee errichtet wurde. Die Pläne entstanden im Kriegsministerium und wurden wahrscheinlich von Johann Georg Carl Hampel entworfen, der später auch die Bauleitung inne hatte. Schinkel begutachtete die eingereichten Entwürfe in der Oberbaudeputation und ließ drei Fassadenzeichnungen nach seinen Vorgaben erstellen. Zur Ausführung gelangte der 3. Entwurf, der "...die Elegantesten Verhältnisse bekommen.." hat. Es ist ein dreigeschossiger langgestreckter Bau mit Putzquaderung, dessen Fenster dreigeteilt sind und viel Licht in die Innenräume einlassen. Statt eines flachen Zinkdaches erhielt das Gebäude ein steileres Ziegeldach. In den Jahren 1865 und 1909/10 wurde die Schule jeweils durch Anbauten erweitert. Dabei wurde Schinkels Fassadengestaltung übernommen und weitergeführt. 1920 wurde die Schule von der Sicherheitspolizei genutzt und ab 1921 von der Reichswehr. 1938 wurde sie in Jägerkaserne umbenannt und auch nach dem 2. Weltkrieg wurde sie noch bis 1993 von der Sowjetarmee militärisch genutzt. Nach dem Abzug der Sowjetarmee stand das Gebäude einige Jahre leer. 2004-2008 fand der Ausbau zum Justizzentrum Potsdam statt, der vom Schweizer Architekturbüro Atelier 5 projektiert wurde. Von der Straßenansicht her präsentiert sich das Gebäude mit seiner historischen Fassade und im Inneren wurde das Schinkelsche Treppenhaus wiederhergestellt. Rückwärtig entstand ein moderner Anbau in dem z.B. die Gerichtssäle untergebracht sind.
(Quelle: u.a. Hans Kania; Schinkel Lebenswerk, Potsdam-Staats- und Bürgerbauten)