Aufgenommen Ostern 2009

Die heutige Orgel in der Kiersper St. Margarethenkirche feierte im Jahr 2003 ihr 175 jähriges Bestehen und wurde vom bekannten Orgelbauer Christian Roetzel erbaut. Es ist bereits die dritte Orgel in dieser Kirche. 1619 erfolgte der erste Einbau einer Orgel durch Meister Caspari. Schon 1685 erfolgte der Einbau einer neuen Orgel durch Tobias Bader und Peter Heinrich Varenholt. Da im Jahr 1806 die Orgel in einem schlechten Zustand war, wurde der junge Christian Roetzel mit einer Begutachtung und anschließender Reparatur beauftragt. 1813 zeigten sich große Bauschäden an der Kirche, so das Dach und Turm abgebrochen und neu erbaut wurden. In deren Folge wurde auch die Orgel ausgebaut, die daraufhin nicht mehr Verwendbar war. So liefen bereits Planungen für den Erwerb einer neuen Orgel. Erste Pläne legte der Dortmunder Orgelbauer Wild 1823 vor. Durch langwierige Querelen mit der Regierung zogen sich die Planungen bis 1828 hin. 1826 legte Christian Roetzel einen Entwurf vor, der in der Berliner Oberbaudeputation vom Orgelgutachter August Wilhelm Bach bearbeitet und angenommen wurde (auch Orgelneubauten mussten in der Oberbaudeputation zur Bearbeitung eingereicht werden). Karl Friedrich Schinkel entwarf die Pläne für den Prospekt (Schauseite der Orgel), die von Roetzel korrekt umgesetzt wurden. Auf vier dorischen Säulen stehen drei Pfeifenfelder, die mit Ornamenten und einem Palmettenfries geschmückt sind. Ursprünglich stand die Orgel viel höher, auf einer 2. Empore. 1940 wurde beschlossen, die 2. Empore abzubrechen und die Orgel auf der 1. aufzustellen. Durch den 2. Weltkrieg zog sich die Realisierung aber bis nach Kriegsende hin. Zuletzt wurde die Orgel 2003 restauriert, so das sie pünktlich zum 175 jährigen Jubiläum im alten Glanz erstrahlen konnte. Schinkel beurteilte oder entwarf auch weitere Orgelprospekte (z.B. in Münster, Boedefeld, Soest, Neheim, Ferndorf und Gevelsberg). Doch dieser Orgelprospekt Schinkels ist der Einzige in Westfalen (..oder sogar der Einzige überhaupt?), der erhalten ist.

(Quelle: Ludwig Schreiner, Schinkel Lebenswerk-Westfalen)