Aufgenommen im April 2012

Nach der Befreiung der Stadt Minden von den Franzosen wurde im Jahr 1815 Ernst Michael von Schwichow (1759-1823) zum Kommandanten der zur Festung ausgebauten Stadt ernannt. Er hatte die schwierige Aufgabe, den Ausbau und die Befestigung der Stadt mit den Interessen der Mindener Bürger in Einklang zu bringen und erwarb sich infolgedessen bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Als er 1818 als Festungskommandant nach Graudenz versetzt werden sollte, musste diese Entscheidung nach massiven Protesten der Bevölkerung rückgängig gemacht werden. Schwichow blieb daraufhin bis zu seinem Tode Kommandant der Mindener Festung.
Die Stadt erbat sich beim König das Recht, dem königlich preußischen Generalmajor ein Denkmal setzen zu dürfen. Der Entwurf wurde dem Katalog der Königlichen Eisengießerei entnommen. Dabei handelt es sich um das ursprünglich von Schinkel entworfene Grabmal für Franz Johann Ludwig Alberthal in Gölsdorf. Das sarkophagähnliche Denkmal ruht auf einem dreistufigen Postament aus Sandstein und ist mit einem flachen Walmdach bedeckt und einem umlaufenden Zahnfries verziert. An der linken Schmalseite befindet sich das Familienwappen Schwichows mit den Darstellungen seiner erworbenen Orden. Auf der vorderen Längsseite befindet sich eine Ehrung für den beliebten Kommandanten mit einer Aufzählung seiner Auszeichnungen. Der Guss wurde in der Berliner Eisengießerei ausgeführt. Die zur Denkmalanlage gehörenden 4 Kanonen stiftete der König Friedrich Wilhelm III.
Bei seiner Errichtung 1823 wurde das Denkmal zuerst auf das Grab Schwichows vor dem Simeontor gesetzt. Erst in späteren Jahren wurde es auf den zur ehemaligen Festungsanlage gehörenden "Schwichowwall" versetzt.

(Quelle: Andreas Bernhard; Gert Streit: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band2;
Ludwig Schreiner, Schinkel Lebenswerk-Westfalen)