Das Mauritztor befindet sich am östlichen Stadtzugang von Münster und bestand ursprünglich aus zwei gleichartigen, gegenüberliegenden Gebäuden. Sie waren Teil einer Toranlage mit Durchlässen für Fußgänger und Fuhrwerke und hatten die Funktion einer Zollstation. Im südlichen Gebäude war die Wachmannschaft untergebracht während das nördliche Torgebäude von den Steuerbeamten genutzt wurde.
Die Gebäude wurden 1828-32, an Stelle einer 1824 wegen Baufälligkeit abgebrochenen Toranlage, errichtet.
Erste Entwurfspläne wurden 1824 vom Münsteraner Bauinsperktor J.F.Teuto und 1826 vom Düsseldorfer Regierungsbaurat Adolf von Vagedes vorgelegt. Das Auswahlgremium, bestehend aus Regierung, Stadtverwaltung, Militärkommandantur und dem Oberpräsidium, favorisierte den Entwurf von Teuto, der jedoch seine Pläne nach den Angaben des Gremiums überarbeiten musste. Dieser neu erarbeitete Entwurf Teutos wurde von der Regierung abgelehnt und stellte ihrerseits den Entwurf von Regierungsbaurat Briesen vor. Beide Entwürfe wurden der Berliner Oberbaudeputation (OBD) zur Revision vorgelegt. Dort entschied man sich für den Entwurf von Briesen und fertigte auf Grundlage dessen eine neue Entwurfszeichnung an. Im Begleitschreiben wird darauf hingewiesen, das "..zu der abgeänderten Einrichtung des Empfangshaues (Zollhaus) eine Skizze entworfen, bei welcher auch auf Veränderung und Verbesserung des Äußeren Gebäudes Rücksicht genommen wurde und den Anschlag danach revidiert" habe. Es wurde z.B. verfügt, das zur besseren Fernsicht des Beamten die Seiten der Vorhalle geöffnet werden und das Gebälk an den äußeren Ecken von zwei freistehenden Pfeilern getragen werden soll.
Die Entwurfspläne von Baurat Briesen existieren leider nicht mehr. Somit ist es schwer zu beurteilen, in welchem Umfang die OBD den Briesenschen Plan tatsächlich überarbeitete. Die Zeichnung der Oberbaudeputation hat sich erhalten. Sie wurde von einem Mitarbeiter der OBD erstellt. Die Stellungnahme ist nicht signiert. Somit kann eine Bearbeitung durch Schinkel nicht zweifelsfrei belegt werden. Es ist jedoch wahrscheinlich das Schinkel, in seiner Funktion als Leiter der obersten Baubehörde, die Ausarbeitung des Gegenentwurfs nach seinen Angaben anordnete.
Beide Gebäude wurden im 2. Weltkrieg stark beschädigt. Nur das südliche Torhaus, in dem die Wache untergebracht war, ist erhalten geblieben. In ihm befindet sich heute eine gastronomische Einrichtung.

(Quelle: Ludwig Schreiner, Schinkel Lebenswerk-Westfalen)