Aufgenommen im Februar 2009

Der Magdeburger Magistrat plante, vor den Toren der Stadt einen öffentlichen Park anzulegen. Für die Gestaltung konnte der Berliner Landschaftsarchitekt Peter Josef Lenne gewonnen werden. Wahrscheinlich erhielt Schinkel auf seine Vermittlung hin den Auftrag, Entwürfe für ein Gesellschaftshaus vorzulegen. Diese waren im Magistrat heftig umstritten und wurden erst nach längeren Verhandlungen zur Ausführung bestimmt. Der Baukondukteur Friedrich Wilhelm Wolf war für die Errichtung des Gebäudes zuständig. Die Pläne zur Ausführung änderte er aber nachhaltig ab (Proportionen, Fassade u.s.w.), so das Schinkel mit dem Bau nicht zufrieden war. Später veröffentlichte er seinen ursprünglichen Entwurf in den "Sammlungen Architektonischer Entwürfe". 1900 erfolgte der Anbau eines großen Erweiterungsflügels. 1922 wurde der Schinkelsaal durch den Maler Wilhelm Höpfner ausgestaltet und wird heute für Konzerte genutzt. Zu DDR-Zeiten wurde das Gesellschaftshaus als Pionierhaus genutzt und im Park drehte eine Pioniereisenbahn seine Runden. Seit 1989 steht eine Büste Lenne's im Park, die von Heinrich Apel geschaffen wurde. Das Telemann-Zentrum hat hier im Gebäude seit 2002 seinen Sitz.

(Quelle: Hilbert Ibbeken, Elke Blauert; Karl Friedrich Schinkel-Das Architektonische Werk heute)