Ab 1810, als mit der Einführung der Gewerbefreiheit die Industrialisierung in Preußen einsetzte, kam es auch zu einem Aufschwung des Verkehrswesens. Da das Benutzen der Straßen gebührenpflichtig war, wurden überall im Land Chausseehäuser errichtet, an denen der "Straßenzoll" entrichtet werden konnte. Schinkel erhielt den Auftrag, einen Normaltypus zu entwerfen, der daraufhin in den "Vorlegeblättern für Baumeister" veröffentlicht wurde. Es existiert ein Blatt aus dem Jahr 1820 (Schinkelmuseum Berlin 45e/95), auf dem vier Grundtypen dargestellt sind. Je nach Standort, Nutzung u.s.w. konnten verschiedene Bauelemente getauscht werden, um den Bau auf vielfältige Weise dem tatsächlichen Gebrauch anzupassen. Dieses Haus befindet sich an der B 158 in Schiffmühle, einem Ortsteil von Bad Freienwalde. Ein Kupferstich nach einer Zeichnung Schinkels wurde als Titelblatt der "Anweisung zum Bau und Unterhaltung der Kunststraßen" von 1834 verwendet. Siehe auch: Chausseehaus Werftpfuhl

(Quelle: Andreas Bernhard; Gert Streit: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band2)